New Yorckstraße – Was ist das?
Ein Strategiepapier
mit Vorschlägen zur Entwicklung der Grundschule Yorckstraße in Solingen
von Hartmut Ober, im Februar 2012
Warum eine neue Yorckstraße?
Wir haben eine, und die funktioniert gut.
Wenn jeder das Beste für die Kinder an unserer Schule möchte, kann es
verschiedene Gründe geben, dass sie dies trotz der guten Vorsätze nicht
bekommen. Das kann an äußeren Einflüssen liegen, wie zu wenig Geld, zu
wenig Personal, zu wenig Unterstützung seitens des Trägers und des
Gesetzgebers ganz allgemein. Und es kann daran liegen, dass gleichzeitig zu
viele fachfremde Forderungen an die Menschen herangetragen werden, die
hauptsächlich für die Ausbildung der Kinder da sein sollten.
Unsere Schule ist gut organisiert und schneidet in Lernstandsüberprüfungen und
Qualitätsanalysen zufriedenstellend ab. Man kann sich damit zufrieden geben!
Wenn man aber das Beste für seine Kinder will, wird man das nicht tun. Man
wird weiter arbeiten, an der Verbesserung der pädagogischen Mittel und der
Organisation der Lernumgebung. Dies kann funktionieren und das tut es auch
seit Jahren, als Veränderung in kleinen Schritten. Diese kleinen Schritte fallen
jedoch immer schwerer und sie zeitigen immer weniger Effekt, weil die
Forderungen von außen größer werden und gleichzeitig die Unterstützung
geringer.
Wenn dann noch ein unkontrollierbarer und scheinbar unvorhersehbarer
demographischer Wandel aus der Gesellschaft ins Klassenzimmer durchschlägt,
befindet man sich, bei freier Schulwahl, in einem Konkurrenzkampf mit
anderen Schulen um die knappe Ressource Schüler. Als Schule mit einem
langsamen Rhythmus, die zwar stetig nach innen an der Verbesserung der
Erziehung und der Bildung arbeitet, ist es schwierig in diesem Konkurrenzkampf
zu bestehen, der stark geprägt ist von der Wirkung, die die jeweilige Schule
nach außen, in Richtung der Eltern entwickelt.
Unsere Lehrer brauchen Unterstützung, weil sie diese Arbeit nicht alleine
stemmen können. Wir brauchen eine strukturelle Veränderung der Schule. Wir
brauchen eine strategische Einbindung des Elternengagements in die Abläufe
der Schule und eine zunehmende Verantwortlichkeit der Eltern für die Belange
der Schule, weil diese letztendlich die Belange ihres eigenen Kindes sind. Das
ist New Yorckstraße.
Die Eltern wirken bereits mit.
Wir haben die Schulpflegschaft, den Schulverein, Lesehelfer und
Helfer bei Schulfesten und anderen Aktivitäten.
New Yorckstraße will eine neue Aktivierung dieses enormen Potentials
herbeiführen; eine Förderung und Forderung der Elternbeteiligung. Nicht jeder
möchte in der Schulpflegschaft mitbestimmen, aber jeder, der das Beste für sein
Kind möchte, ist bereit einen Beitrag zu leisten, damit sein Kind dies auch
bekommt – es muss nur das richtige Angebot kommen, denn jeder hat auf
irgendeinem Gebiet Fähigkeiten, die der Schule nützen können und jeder hat
jeden Monat 15 Minuten Zeit, diese einzubringen.
New Yorckstraße will herausfinden was Eltern wollen und ihnen vielfältige
Angebote machen, was sie tun können um dies zu bekommen.
New Yorckstraße will gezielt Eltern an die Schule holen, die einen wichtigen
Teil ihres Lebenssinns darin sehen, ihre Kinder auf ihrem Weg tatkräftig und
nicht nur durch Geld, zu unterstützen.
Das Aufgabengebiet der Kommission New Yorckstraße ist die Außen- und die
Innenwirkung unserer Schule!
Ein Ziel der Kommission New Yorckstraße wird es sein, Begeisterung und Stolz
in unseren Schülern und ihren Eltern auf ihre eigene und ihre gemeinsame
Leistung zu entfachen, die die Schule Yorckstraße überhaupt erst ermöglicht hat
– kurz gesagt, sie will der Gemeinde Yorckstraße ein neues Lebensgefühl
schenken. Die Kommission New Yorckstraße will Begeisterung in ihrer
Umgebung wecken, im Stadtviertel, bei der Verwaltung, bei den Eltern
zukünftiger Schüler. Alle sollen sagen können: "wir sind stolz an dieser Schule
sein zu dürfen!" und „wir haben in Solingen eine der besten Schulen. Auf die
sind wir stolz und wir finden es gut, dass die Stadt dorthin, wo so prima Arbeit
gemacht wird, auch in Zeiten des Sparzwangs extra Geld gibt - die machen ja
auch etwas Ordentliches damit!“
Wir arbeiten mit dem was wir haben, aber das wollen wir genau kennen. In
fünf Jahren will die Kommission New Yorckstraße erreicht haben, dass unsere
Schule als eine der besten Grundschulen Solingens gilt.
Wie soll das gehen?
(Die Kommission enthält sich pädagogischer oder personeller Einflussnahme
und der Kommunikation eigener pädagogischer Gedanken oder solcher
Gedanken, die den Interessen der Schule zuwiderlaufen.)
1. Einberufung einer Versammlung der potentiell an diesem Projekt
interessierten Eltern. Dazu lädt die Schule über die Postmappen ein und
darüberhinaus jede Klassenlehrerin nochmals diejenigen Eltern ihrer Klasse
persönlich, von der sie aus Erfahrung weiß, dass sie zumindest Interesse an
dem Konzept haben könnten. Auf dieser Versammlung wird das Konzept
vorgestellt und besprochen und eine Kerngruppe gefunden, die sich an
einem verbindlichen Termin wiedertreffen will um die Arbeit an dem Projekt
aufzunehmen.
2. Durchführung einer Befragung unter Lehrern, Eltern und Kindern. Was finde
ich gut an unserer Schule? Was finde ich schlecht an unserer Schule? Was
fehlt an unserer Schule? Was würde ich an unserer Schule verändern, wenn
ich frei entscheiden könnte und alles Geld hätte, das ich dafür bräuchte?
Eltern und Lehrer erhalten verschiedenfarbige Fragebögen, die Kinder
werden im Rahmen einer Projektwoche o.ä. angehalten ihre Ideen und
Gedanken auszutauschen und in Teamarbeit zusammenzutragen. Sämtliche
Antworten werden anonym behandelt. Zur Qualitätssicherung wird die
Befragung jährlich wiederholt.
3. Herausgabe einer Schul- und Schülerzeitung. In der ersten Nummer der
Schul- und Schülerzeitung werden die Ergebnisse der Befragung vorgestellt.
Jede Klasse erhält eine Seite Platz zur Darstellung ihrer Ergebnisse. Ab dann
erscheint die Zeitung jährlich mit bis zu zehn Nummern. Sie ist
werbefinanziert und wird von Eltern, Lehrern und Schülern betreut. Jeder
Schüler erhält ein Exemplar, aber auch jedes öffentliche Medium Solingens.
Desweiteren liegt die Zeitung öffentlich in den Geschäften rund um unsere
beiden Gebäude aus.
4. Transparenz. Kontakt von jedem zu jedem. Die Kommission wird ein
Netzwerk installieren, das den raschen Informationsfluss in alle Richtungen
ermöglichen soll und damit jedem die Möglichkeit gibt sich zu jeder Zeit zu
beteiligen wo er möchte.
5. Presseerklärungen. Die Kommission New Yorckstraße wird regelmäßige
Presseerklärungen der Schule, der Schulpflegschaft und des Schulvereins
anregen und herausgeben und dafür einen effektiven Verteiler aufbauen. In
Pressekonferenzen werden große Erfolge oder wichtige Termine
bekanntgegeben.
6. Die Kommission wird eine Forschungsabteilung gründen, die sich drei
wichtigen Aufgaben widmet: Entdecken und Akquirieren von Fördertöpfen
und Studium des Schulgesetzes und ergänzender Verordnungen, um diese
für unsere Zwecke auslegen und nutzen zu können. Mit den Erkenntnissen
aus diesen Forschungen sollen, auf Grundlage der o.g. Befragung und in
enger Zusammenarbeit mit der Schulleitung und dem Schulverein, Mängel
in der Ressourcenausstattung der Schule aufgedeckt und Möglichkeiten
gefunden werden, diese Mängel finanziell oder anderweitig zu beheben.
Außerdem sichtet die Forschungsabteilung Materialien zu Entwicklung und
Fortschritt der Elternbeteiligung in Deutschland (und der Welt) und wertet
diese aus. Sie nimmt Kontakt zu Schulen auf, die Elternbeteiligung bereits
erfolgreich umsetzen und pflegt zu diesen gute Beziehungen. Aus diesen
Kontakten können sich langfristige Schulfreundschaften ergeben, von denen
die Schüler nachhaltig profitieren würden. Und drittens soll erforscht
werden, wie unsere Schule die Tatsache, dass sie aus zwei Gebäuden
besteht, als Vorteil nutzen kann, gegenüber Schulen, die diese Konstellation
nicht aufweisen. Sie will ein Projekt initiieren, das diesen Vorteil effektiv für
unsere Schüler nutzt.
7. Die Kommission New Yorckstraße wird nicht müde werden, die Schule und
ihre Bedürfnisse wieder und wieder dem Schulträger in Erinnerung zu rufen.
Es ist Ihr Ziel Lobbyarbeit zu leisten und so die Wünsche der Lehrer, Eltern
und Schüler effektiv an entscheidender Stelle zu Gehör zu bringen. (z.B.:
„Wir benötigen zu Zwecken der intensiveren individuellen
Schülerbetreuung und Gewaltprävention einen eigenen Sozialarbeiter, den
der Schulträger oder das Gesetz aber nicht zugesteht!“). Dies ist als ein
weiterer Kanal zu verstehen, durch den wir den Schulträger bearbeiten,
neben dem offiziellen der Schulleitung und in Absprache mit der
Schulleitung. Erfolgreich genutzt wurde dieser Kanal im Fall der Rettung
Ketzbergs.
8. Die Kommission richtet regelmäßig Veranstaltungen aus, die geeignet sein
sollen a) den Informationsfluss, die Kommunikation und den Zusammenhalt
unter Eltern und Lehrern zu fördern, b) durch Vorträge Außenstehender,
Teilnahme an Konferenzen oder Studienfahrten die Qualität und Quantität
der Elternbeteiligung an unserer Schule fördern und c) die Vernetzung mit
Außenstehenden, wie Schulträger, Gesetzgeber, Nachbarn und Sponsoren
zu fördern. Es sollen immer wieder gezielt polpuläre Veranstaltungen
durchgeführt werden oder populäre Elemente in den Veranstaltungsablauf
eingebaut werden, um zu erreichen das Interesse aller Eltern zu wecken.
Ziel ist es, die neu zu schaffenden Strukturen zur Einbindung der Eltern und zur Verstärkung
der Außenwirkung binnen fünf Jahren zu etablieren. Dann ist dieses Konzept nicht mehr neu,
die Aufgabe der Kommission erreicht, die Strukturen werden an die bestehenden
Institutionen Schulleitung, Schulpflegschaft und Förderverein übergeben und die Kommission
New Yorckstraße löst sich auf.
Der Weg.
Bis zur ersten Schulkonferenz im Schuljahr 2012/2013 soll die Kommission
eingerichtet sein und dort von der Schulkonferenz ihren offiziellen Auftrag
erhalten.
In einem Jahr oder früher möchten wir das Profil der Kommissionsarbeit klar
und deutlich herausgearbeitet haben, die Strukturen und Abläufe sind
eingerichtet und die ersten Aktionen wurden verwirklicht und können, nach der
zweiten Schulbefragung, ausgewertet werden.
In fünf Jahren möchten wir erreicht haben, dass unsere Schüler, deren Eltern
und unsere Lehrer, meinen und das Gefühl haben an einer der besten
Grundschulen mindestens von ganz Solingen zu sein.
Ebenso möchten wir bis dahin erreichen, dass man von außen auf uns schaut,
als eine der besten Grundschulen Solingens. Ziel wird es sein, erfolgreich in die
Umgebung zu kommunizieren, dass wir dies nicht sind, weil wir Gräfrather
sind oder aufgrund anderer äußerlicher Merkmale, sondern weil wir es wollten
und etwas dafür getan haben.